Aus der Geschichte unseres Dorfes
Das Dorf wird schon unter den Erwerbungen des Bamberger Bischofs Otto 1. (1102- 1139) als „Metilesreuth" sichtbar.
Einige Jahrzehnte später nennt es ein Gnadenbrief des Papstes Lucius 3. für das Kloster Waldsassen „Mechthildereute".
Die Mönche des 1133 gegründeten Zisterzienserklosters Waldsassen besaßen im Jahre 1220 bereits ein Gut in Mechlenreuth.
Das Dorf verdankt seine Entstehung einer ostwärtsstrebenden Grundherrschaft. Dies beweist auch das Vorhandensein eines sogenannten Walles im Dorfe. Wir dürfen uns dabei nicht daran stoßen, daß „das Wal ayner Edelmansbehausuing" urkundlich erst 1537 erwähnt wird. Diese kleine Befestigung bestand natürlich schon viel länger und hatte ihren Platz im Dorfteich, wie es das um 1540 genannte „wall weierlein jm dorff Mechtlareuth" bezeugt. Als Keimzelle dieser Wallanlage muß man sich einen Herren- oder Fronhof denken, der dann später mit einer leichten Erdbefestigung umgeben wurde. Diese Höfe waren Verwaltungsmittelpunkte der weltlichen Grundherrschaft und Sammelstätte für die Grundzinsen.
1408 zählte ein burggräfliches Register über Gericht und Stadt Münchberg in „Mechthildenreuth" 10 Höfe auf. Davon einen das 1280 gegründete Kloster Himmelkron, während die neun anderen der „Sparnecker von Stein" in Händen hatte.
Der finanzielle Zusammenbruch und die Zerstörung ihrer Burgen zwang die Herren von Sparneck zu Verkäufen. So entschlossen sich auch die Brüder Wolf und Georg von Sparneck zu Mechlenreuth und Münchberg ihre Güter, auch die in „Mechtelreuth", an die Markgrafen Georg und Albrecht von Brandenburg-Kulmbach gekommen, die es dem Amte Münchberg einverleibten. Die weiteren Schicksale in politischer Beziehung teilte es mit dem Fürstentum Bayreuth gemeinsam (1792 preußisch, 1806 französische Verwaltung, 1810 zur Krone Bayern).
Wie schon der Name Kapellenberg andeutet (Kriegerdenkmal), erhob sich am Osthang dieses Höhenzuges im Mittelalter eine kleine Kapelle, die nach Zell gehört haben und bei feierlichen Prozessionen aufgesucht worden sein soll. Heute kennzeichnet lediglich eine tiefe Einbuchtung im Gelände ihren ehemaligen Standort.